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Parodontologie

Was ist Parodontitis?

Als Parodontitis wird die chronische Infektion und der dadurch entstandene Abbau des Zahnhalteapparates bezeichnet. Das Zahnbett besteht aus Zahnfleisch, Wurzelhaut und zahntragendem Kieferknochen. Eine Parodontitis entwickelt sich immer aus einer vorbestehenden, chronischen Zahnplaque bedingten Zahnfleischentzündung (Gingivitis).

Wie entsteht Parodontitis?

Bei qualitativ ungenügender Mundhygiene vermehren sich die bei allen Menschen vorkommenden Mundhöhlebakterien zu bakteriellen Zahnbelägen. Mit der Zeit verkalken diese zu Zahnstein. Diese Zahnplaque- und Zahnsteinablagerungen entwickeln sich vor allem in den Zahnzwischenräumen unbemerkt und führen im Kontakt mit dem Zahnfleisch zwangsläufig zu chronischen Entzündungen. Diese Gingivitis ist die natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf die Bakterien- und Zahnsteinbeläge und äußert sich als Rötung, Schwellung sowie Bluten des Zahnfleisches beim Zähneputzen. Bei länger andauernder Gingivitis greift dieser Entzündungsprozess den unter dem Zahnfleisch liegenden Kieferknochen an und führt zu dessen Abbau. Dieser Knochenverlust verläuft oft in Schüben und ist irreversibel.

Zahnärzte unterscheiden verschiedene
Formen von Parodontitis.

Am häufigsten kommt die Erwachsenenparodontitis vor. Sie verläuft langsam und manifestiert sich ca. ab dem 50. Lebensjahr. Die seltenere, rasch fortschreitende Parodontitis ist durch unregelmäßig verteilten, relativ schnell eintretenden Knochenabbau charakterisiert, der bereits im frühen Erwachsenenalter auftreten kann. Die sehr seltene, lokalisierte oder generalisierte juvenile Parodontitis betrifft bereits Jugendliche, hat einen aggressiven Verlauf und führt unbehandelt zum baldigen Zahnverlust.

Welches sind die Anzeichen von Parodontitis?

Der Beginn einer Parodontitis ist für die Betroffenen schwierig zu erkennen. Das erste Alarmzeichen für Gingivitis oder Parodontitis ist blutendes Zahnfleisch zum Beispiel beim Zähneputzen. Zwischen Zahnoberfläche und Zahnfleisch vertieft sich die normalerweise nur 1 – 2 mm tief sondierbare Furche um mehrerer Millimeter. Mit der Zeit entstehen entzündete, infizierte Zahnfleischtaschen. Weitere Symptome sind Rötung und Schwellung des Zahnfleisches, Mundgeruch, eitrige Abszesse und Schmerzen. In fortgeschrittenen Fällen bemerken die Patienten eine Lockerung, eventuell eine Verschiebung der Zahnstellung sowie Schwierigkeiten beim Kauen.

Bei der parodontalen Untersuchung in der zahnärztlichen Praxis werden diese Anzeichen als Befunde gemessen: Die Blutung mit dem Blutungstest, die Taschenbildung mit einer Taschensondierung in Millimetern und die Zahnlockerung mit der Zahnbeweglichkeitsmessung. Der Knochenabbau wird mit Röntgenaufnahmen aller betroffenen Zähne dokumentiert. Die erhobenen Werte dienen einerseits der Diagnose und sind Voraussetzung für den Behandlungsplan. Andererseits braucht sie der Zahnarzt zum späteren Vergleich mit den Befunden bei Abschluss der Behandlung und während der unterstützenden Nachsorge.

Wer hat Parodontitis?

Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, gehören Gingivitis und Parodontitis zu den häufigsten Krankheiten des Menschen überhaupt. Schon bei 20-jährigen Schweizer Rekruten beträgt die Häufigkeit des Gingivitisbefalles um 90 %. Bei den über 40-jährigen Schweizern ist die Parodontitis die häufigste Ursache für den Zahnverlust. Ein gesundes Parodont ist deshalb für die Zahnerhaltung von fundamentaler Bedeutung.

Welches sind die Folgen von Parodontitis?

Eine unbehandelte Parodontitis führt über kurz oder lang zum Zahnverlust mit allen negativen Konsequenzen für die Ästhetik, die Kaufunktion und den aufwändigen Zahnersatz. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen zudem, dass die häufig über mehrere Jahrzehnte dauernden chronischen Entzündungen des Zahnfleisches zu einer allgemeinen Schädigung von Blutgefässen und so vermehrt zu Herzinfarkt und Hirnschlag bei Parodontitispatienten führen können.

Wie kann Parodontitis verhütet werden?

Ohne bakterielle Zahnbeläge entstehen weder Gingivitis noch Parodontitis. Die Grundlage der erfolgreichen Mundhygiene ist die Reinigung aller Zahnoberflächen mit der Zahnbürste und Zahnpasta. Entscheidend ist die exakte Reinigung der Zahnzwischenräume. Dafür ist die Verwendung zusätzlicher Hilfsmittel notwendig. Je nach Größe der Zahnzwischenräume und Zahnstellung kommen Zahnseide, Zahnhölzchen oder kleine Zahnzwischenraum-Bürstchen zum Einsatz. Die korrekte Anwendung dieser Hilfsmittel muss unter Anleitung von zahnmedizinischem Fachpersonal individuell geübt werden. Da eine perfekte Belagsentfernung zuhause häufig nur schwer erreichbar ist, sind regelmäßige Kontrollen in der zahnärztlichen Praxis nötig. Bei diesen Kontrollsitzungen wird neben den Zahnbelägen immer auch der Zahnstein entfernt, welcher sich aus liegen gebliebenen Zahnbelägen und Mineralstoffen des Speichels gebildet hat. Der Patient lernt, in welchem Gebissabschnitt seine eigenen Bemühungen noch nicht genügend erfolgreich waren.

Vorbeugen ist besser und bedeutend günstiger als heilen!

Parodontitisbehandlung

Wie kann Parodontitis behandelt werden?

Jede Zahnfleischbehandlung hat die vollständige Eliminierung des Verursachers der Infektionskrankheit Parodontitis, der bakteriellen Zahnplaque- und Zahnsteinablagerungen, zum Ziel. Danach müssen die befallenen Regionen entzündungsfrei gehalten werden. Deshalb ist für Parodontitispatienten eine sehr gute Zahnpflege von ausschlaggebender Bedeutung.

Der Behandlungsablauf gliedert sich – je nach Schweregrad und Parodontitis-Form – in folgende Schritte:

  • Hygienephase: Der Patient lernt, durch ein Mundhygienetraining seine Zähne und die Zahnfleischränder möglichst sauber zu halten.
  • Alle Zähne – natürliche, wie künstlich überkronte – und die durch den Knochenabbau entblößten Anteile der Wurzeloberflächen im Bereich der Zahnfleischtaschen werden von Bakterienbelägen (Zahnplaque und Zahnstein) befreit (Scaling oder Belagsentfernung) und anschließend geglättet (Root Planing oder Wurzelglättung) und poliert.
  • Zwischenkontrolle und Neubeurteilung: Nach frühestens 4 – 6 Wochen wird das Resultat der Hygienephase überprüft. Werden keine entzündlichen Prozesse am Zahnfleischrand mehr festgestellt, so ist das Zahnfleisch als klinisch gesund zu betrachten und die Behandlung ist abgeschlossen.
  • Korrektive Phase: Bei fortgeschrittenen Fällen führt die Hygienephase allein nicht zur Entzündungsfreiheit. Besonders wenn in tiefen Schlupfwinkeln und in Wurzelgabelungen noch Bakterien- und Zahnsteinreste verblieben sind, können Zahnfleischoperationen notwendig werden.
  • Durch einen möglichst minimalinvasiven chirurgischen Eingriff können so Wurzeloberflächen unter Sicht gereinigt, Taschen verkleinert, Bakterien-schlupfwinkel geöffnet und dadurch Form und Zugänglichkeit der Zahnzwischenräume für die Zahnpflege verbessert werden. Mit neuen Techniken wird auch versucht, verlorengegangenen Knochen wieder aufzubauen. Diese Eingriffe werden unter Lokalanästhesie des Zahnfleisches ambulant in der Zahnarztpraxis durchgeführt. Bei hartnäckig wiederkehrendem Bakterienbefall in tiefen Taschen werden zur Unterstützung der Behandlung in besonderen Situationen auch Antibiotika eingesetzt.
  • Unterstützende Therapie: Nach Abschluss der aktiven Therapiephase muss zur langfristigen Sicherung des Behandlungsresultates die Nachsorgephase anschließen. Generell gilt der Grundsatz: Therapie ist Handwerk – Nachsorge ist die Kunst!
  • Unterstützende Nachsorge (Recall)
    Als Nachsorge – geläufig ist auch der amerikanische Begriff Recall – wird die unterstützende parodontale Betreuung des Patienten nach der eigentlichen aktiven Parodontaltherapie bezeichnet. Langzeituntersuchungen haben gezeigt, dass die regelmässige professionelle Betreuung und Überwachung des parodontal behandelten Patienten die unabdingbare Voraussetzung zur Erhaltung des Behandlungsresultates darstellt. Die zahntragenden Strukturen können nur dann in einem gesunden Zustand erhalten und vor einer Neuerkrankung mit dem Risiko weiterer Abbauvorgänge geschützt werden, wenn eine gute häusliche Zahnpflege durch den Patienten und regelmässige Kontrollen des Zahnfleisches mit entsprechender Nachbehandlung in der zahnärztlichen Praxis gewährleistet sind. Das Intervall dieser unterstützenden parodontalen Nachsorgebehandlungen wird individuell der Situation angepasst und variiert in Abhängigkeit der Mundhygiene und parodontaler Resistenz bzw. Anfälligkeit des Patienten zwischen zwei und sechs Monaten.